Beiträge zum Stichwort »Myanmar«
Mandalay Rundfahrt Amarapura, Inwa, Sagaing
Schon der heutige Morgen zeigte uns deutlich, wie ursprünglich Myanmar noch wirklich ist. Die Entwicklung in den Städten geht wesentlich schneller voran, als die infrastrukturelle Entwicklung überhaupt Schritt halten könnte. Noch nie ist es und in den 11 Tagen Myanmar so bewusst geworden, wie viele Stromgeneratoren auf den Straßen laufen, um überhaupt die komplette Stadt mit Elektrizität versorgen zu können. Dass in Myanmar das Licht im Discotakt flackert, daran haben wir uns inzwischen gewöhnt. Aber das den gesamten Tag über die Versorgung mehrmals zusammenbricht, das war neu für uns!
Mit unserem Taxi fuhren wir heute in die Umgebung von Mandalay. Es stand eine ausgiebige Besichtigung der Städte Amarapura, Inwa und Sagaing auf dem Plan. Und da die Fahrt mit dem Taxi unser Budget arg strapaziert, wusste Salim immer einen Weg, um den teuren Eintrittspreisen an den Sehenswürdigkeiten zu entgehen.
Das Areal um Mandalay ist so weitläufig, dass man es ohne motorisiertes Fortbewegungsmittel kaum erkunden könnte. Die Tempelanlagen erstrecken sich auf drei verschiedene Städte, die jeweils mehrere Kilometer auseinander liegen.
Amarapura galt einst als die "Stadt der Unsterblichen". Inzwischen ist die Stadt unter den Einwohnern nur noch als die südliche Stadt bekannt, Mandalay hingegen als die nördliche Stadt. Mit der Zeit sind die Städte zusammengewachsen. Entlang der Straßen in Amarapura haben sich unzählige Handwerksbetriebe angesiedelt. So werden z.B. unter großen Anstrengungen Goldfolien für die Klöster hergestellt. Aus einem 30 Gramm schweren Goldstück können bis zu 4.000 Goldfolien produziert werden. Dazu müssen allerdings die kleinen, zuvor durch eine Presse verformten Goldfolien, sechs Stunden lang mit einem drei Kilo schweren Hammer per Muskelkraft geplättet werden! Und alles in Myanmar strahl in reinem Gold...
Als besonders sehenswert erwies sich die U-Bein-Brücke, die längste Teakholzbrücke der Welt. Die Gesamtlänge beträgt 1,2 km. Sie überspannt den Taungthaman-See, der aufgestaut worden ist und deshalb in der trockenen Jahreszeit nicht austrocknet.
In Mandalay und Umgebung gibt es mehr als 735 Klöster in denen mehr als
8.000 Mönche, Novizen und Nonnen leben. Da die Menschen in den
Städten und Dörfern nicht die Möglichkeit haben, die große
Zahl an Mönchen allein versorgen zu können, gibt es in Mandalay eine
eigene Vereinigung, die sich um den Unterhalt der Mönche kümmert. Als
befremdlich mutet es für uns an, wenn Mönche nach Allmosen und
Spenden fragen. In anderen asiatischen Ländern ist dies eher
untypisch!
Inle Lake
Seit gestern wohnen wir in einem sehr einfachen Gästehaus in Nyaungshwe. Ursprünglich war dies die Hauptstadt des Shan-Staates, wovon heute jeoch nichts mehr zu erkennen ist.
In den vergangenen Tagen wurde unser Taxifahrer bereits mehr als 20 mal dazu aufgefordert, Wegezölle für die Benutzung der Straße zu zahlen. Gestern waren wir es, die einen "Eintritt" in die Inle Lake Zone zahlen durften. Netterweise wird die Entrichtung der 3 US$ pro Person bei der "MTT" (Myanmar Tourist & Travel) fällig, die eine Einrichtung der Millitärregierung darstellt. Wozu wir diesen Beitrag entrichten durften, konnte uns bisher noch niemand verraten. Zum ersten mal in Myanmar ist es mir passiert, dass eine Dollarnote aufgrund ihres Zustandes nicht akzeptiert wurde! In Myanmar ist es wichtig, dass das US-Geld tadellos in Ordnung ist. Es dürfen weder Risse noch Verschmutzungen die Qualität des Scheines beeinflussen, da ansonsten der Tauschkurs schlecht ausfällt oder die Akzeptanz des Geldes erst gar nicht gewährleistet ist! Bei meiner Dollarnote war ein Riss vorhanden, wodurch sich die nette Mitarbeiterin der "MTT" dazu genötigt fühlte, das Geld abzuweisen. Kurzerhand legte Salim (unser Taxifahrer) den Eintritt für uns aus, da er das Spiel bereits kennt.
Heute hatten wir uns ein Boot für eine ausgiebige Erkundung des Inle Sees angemietet. Der Inle See ist bekannt für die Einbeinruderer und seine schwimmenden Gärten. Da der See relativ flach ist (in der Trockenzeit nur gut 2 Meter tief), waren sonst übliche Fischfangmethoden nicht praktikabel, weshalb die Einwohner der Region ihre eigene Fischfangmethode entwickelten: Mit einem konischen, 2-3 Meter langen Bambuskorb gehen die Menschen auf Fischfang, wobei sie das Ruder mit einem Bein einklemmen, um die andere Hand für den Korb frei zu haben. Sobald Luftbläschen an der Wasseroberfläche auftauchen, stoßen die Männer den Korb auf den Grund des Bodens, um dann mit einem Stab die Fische aufzuscheuchen. Am oberen Ende des Korbes befindet sich ein Netz, in dem sich dann die Fische verfangen.
Eine weitere Besonderheit des Sees sind die schwimmenden Gärten. Wild wachsende Wasserhyazinthen bilden einen natürlichen Teppich, in deren Wurzeln sich der angeschwemmte Schlamm mit der Zeit verdichtet. Auf natürliche Art und Weise entstehen so schwimmende Gärten mit einer bis zu einem Meter tiefen Humusschicht, auf denen die Menschen Blumen, Tomaten, Gurken und Bohnen anbauen können.
Egal welches Boot man zu welchen Preis anheuert, die Tour fällt bei jedem Bootsfahrer ähnlich aus. Als besonders interessant empfanden wir die Behausungen und die Alltagsaktivitäten der Menschen am See. Kategorische Besuche in typischen Touristensouveniershops dürfen inzwischen auch am Inle See nicht fehlen!
Kalaw Trekking
Am heutigen Tag machten wir uns zusammen mit einem ortskundigen Führer auf den Weg in die Berglandschaft rund um Kalaw. Obwohl ich trotz Medikamente meine Probleme mit dem Verdauungstrakt noch nicht überstanden hatte, entschlossen wir uns doch zur Teilnahme an der Tagestour. In 8 Stunden Wanderung führte uns der Weg durch die Bergwelt von Kalaw. Zur Zeit herrscht in Myanmar die Trockenzeit. Von Tag zu Tag steigen die Temperaturen. Kein Wunder das sich früher die britischen Kolonialherren in Kalaw ein Bergresort errichteten, um der Hitze im flachen Burma zu entfliehen. Auf ca. 1.350 Metern über dem Meeresspiegel weht tagsüber ein frischer Wind, der für eine angenehme Abkühlung sorgt. Selbst am Abend müssen wir unsere dicken Jacken aus dem Rucksack hervorkramen, da wir bei nur 19 Grad zu frieren beginnen!
Auf unserer Wanderung durchquerten wir zwei Bergdörfer, in denen wir Bekanntschaft mit den Einheimischen machen konnten. Zweimal wurden wir bei Dorfbewohnern zum Tee eingeladen. Die Menschen leben hier wirklich in sehr einfachen Verhältnissen. Ihre Hütten weisen lediglich einen großen Raum samt Feuerstelle auf. Die Anzahl der Feuerstellen im Raum richtet sich auch nach der Anzahl der dort lebenden Familien. Ohne Abzug wird in der Hütte offenes Feuer gemacht, wodurch der Qualm im Raum steht. Für die Einheimischen ist dies ein gutes Zeichen, da sie davon ausgehen, dass der Rauch das Holz ihres Hauses in Ordnung hält. Für uns nicht ganz nachvollziehbar!
Die heutige Wanderung hat uns ein ganzes Stück näher an die typische Bevölkerung der Berge Myanmars gebracht.
Auf dem Weg nach Kalaw
In der Nacht machte ich erstmalig Bekanntschaft mit der berüchtigten Reisekrankheit. Am nächsten Morgen fühlte ich mich total erschöpft und ausgelaugt. Obwohl der Morgen mit einem grandiosen Frühstück in Taungoo im "Myanmar Beauty Guest House" begonnen hatte, welches wir aber nicht wirklich genießen konnten, hatte ich den gesamten Tag über Probleme mit meinen Wohlbefinden. Am Abend zuvor hatten wir uns aufgrund schlechten Essens einige Bakterien zugezogen, die nun unseren Körpern zusetzten. Caro hatte weniger Probleme damit als ich. Mir setzte der enorme Flüssigkeitsverlust erheblich zu, so dass ich den gesamten Tag über auch noch mit meinem Magen zu kämpfen hatte. Doch die richtige Reiseapotheke linderte die Beschwerden bis zum Abend.
Auf dem Weg nach Kalaw machten wir die unterschiedlichsten Bekanntschaften mit öffentlichen Verkehrsmitteln und anderweitigen Fortbewegungsmitteln. Als ganz besonders einprägsam empfanden wir die Szene des Zuges. Bereits mehrere Minuten vor Ankunft der Bahn schlossen sich die Schranken am Bahnübergang, obwohl sich der Zug in der Ferne noch nicht abzeichnete. Doch alsbald folgte das bekannte Hupen der Bahn. Mit Schrittgeschwindigkeit näherte sich das Gefährt, welches jeder Fußgänger hätte gemächlich überholen können. Kein Wunder das niemand die geschlossenen Schranken als Grund für einen Stopp akzeptierte.
Eigentlich hatten wir uns in Yangon aufgrund der schlechten
Straßenverhältnisse für ein privates Taxi entschieden, um
für 14 Tage durch Myanmar zu reisen. Anfangs konnten wir unsere
Entscheidung aber nicht ganz nachvollziehen, da die Straße in einem sehr
guten Zustand war. Ohne Probleme konnte jedes Gefährt auf ihr verkehren,
ob nun schwerer LKW, Reisebus, Taxi, Ochsenkarren oder anderweitige
abenteurliche Vehikel. Doch am Abzweig nach Kalaw änderte sich der Zustand
der Straße erheblich! Aus dem zuvor asphaltierten Hauptweg durch Myanmar
wurde plötzlich die gefürchtete Offroad-Piste! Schlagloch an
Schlagloch, zersplitterter Asphalt und lose Steine. Dazwischen versuchten
Einheimische die Straße zu flicken. Selbst Kinder waren bei dieser Arbeit
mit einbezogen. In der größten Hitze schlossen sie die
Schlaglöcher mit primitivsten Mitteln. Die Steine wurden mit der Hand
ausgesiebt, um sie anschließend mit ein wenig Teer in den
Schlaglöchern zu befestigen. Oft hatten wir das Gefühl, dass
komplette Familien am Straßenbau beteiligt waren. Der Grund liegt
vielleicht darin, dass die Regierung die Straße an private Firmen
veräußert hat, damit diese sie reparieren können. In der Folge
haben aber alle Benutzer regelmäßig eine Gebühr zu zahlen, die
eigentlich in den Ausbau der Straße fliessen soll. Davon ist nicht an
allen Stellen etwas zu sehen! Oft werden lediglich nur die Schäden der
letzten Regenzeit behoben, ohne damit wirklich etwas an dem Zustand der
Straße zu verbessern! Viel schlimmer ist aber die Tatsache, dass ein
Großteil der Leute die Arbeiten nicht ganz freiwillig leisten. Teilweise
werden ganze Familien zum Straßenbau durch das Militär gezwungen!
Als Dank dafür erhalten sie täglich die klägliche
Lohnentschädigung von 1.000 Kyat, rund 0,70 Euro.
Als wir durch eine bergige Region mit einem Fluss fuhren, sagte uns unser Fahrer, dass ursprünglich an jenem Fluss die Einheimischen nach Gold schürften. Als die Regierung dies aber erfuhr, wurde jedem untersagt, ohne teure Genehmigung der Tätigkeit weiterhin nachzugehen. Mit allen Mitteln unterdrückt das Millitär das Bestreben der Menschen nach Unabhängigkeit und eventuellen Einkommensverbesserungen. Ein weiteres Beispiel dafür ist der Neubau von ganzen Städten und Siedlungen, die allein für das Millitär errichtet werden. Der Grund liegt in der Furcht der Regierung vor Konflikten zwischen dem Millitär und der einheimischen Bevölkerung.
Nachdem wir den "Goldschürferfluss" passiert hatten, führte uns der Weg auf einer unwegsamen Straße weiter in die Berge. Zwischenzeitlich mussten wir mehrfach einen Halt einlegen, da die Straße abgerutscht war! Den Grund dafür konnten wir nach der nächsten Biegung erfahren: Selbst die schwersten LKWs und Busse benutzen die Piste, um von Yangon aus nach Kalaw oder zum Inle Lake zu fahren. Uns beängstigte die Vorstellung, wie es wohl an solchen Passagen bei einer 18-stündigen Nachtfahrt mit dem Bus von Yangon aus abgegangen wäre! Durch die extreme Trockenheit sind die Wälder und Wiesen sehr anfällig für Feuer, die es an einigen Stellen immer wieder zu sehen gibt. Für Myanmar sind diese Feuer aber während der Trockenzeit eine normale Erscheinung. Für uns allerdings nicht! Bei einem weiteren unfreiwilligen Halt stand plötzlich hinter unseren Fahrzeug ein Tankwagen voll mit Benzin. Zwei Meter neben dem Tankwagen brannte ein Feuer... Glücklicherweise brauchten wir nur einige Sekunden dem Spektakel zu folgen, da sich alsbald der Stau vor uns auflöste.
Nach ca. 8 Stunden Fahrt mit dem Auto kamen wir sicher und doch entspannt in Kalaw an. Dank der vielen Freunde von Salim (unser Taxifahrer) schlafen wir nun in einem sehr schönen Guesthouse für weitaus weniger Geld als veranschlagt. Ein weiterer Freund von Salim wird uns Morgen auf einer Tageswanderung durch die Bergwelt von Kalaw begleiten.
Auf der Suche nach einem Zugticket
Nachdem wir gestern unsere Stadtbesichtigung nahezu abgeschlossen hatten, drängte uns die Frage nach der Weiterfahrt nach Mandalay. Von diversen Seiten wurde uns davon abgeraten, den Bus als Fortbewegungsmittel zu wählen. Einerseits sind die Straßen in einem sehr schlechten Zustand, so dass die Fahrt mit dem Bus mehr Zeit beansprucht, als an den Ticketschaltern der Busgesellschaften veranschlagt steht. Die Nachtfahrt mit dem Bus ab Yangon beginnt gegen 16.30 Uhr. Der Bus soll ca. 14 Stunden benötigen, doch mehrere Einheimische und auch ausländische Touristen meinten, dass die Fahrt wenigstens 18 Stunden dauern würde. Bei Pannen, die aufgrund der Straßenverhältnisse sehr oft vorkommen können, kann die Fahrt auch schon mal mehr als 24 Stunden in Anspruch nehmen.
Also fiel unsere Entscheidung auf den Zug. Alle bisherigen Informationen deuteten darauf hin, dass eine Fahrt in der 3. Klasse für Ausländer nicht möglich wäre. Die Myanmar Railway wird durch staatliche Institutionen geleitet, so dass der Kauf von Tickets für Ausländer mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist. Theoretisch dürfen Ausländer nur 1. Klasse und spezielle 1. Klasse oder Schlafwagen wählen. Die Preise beginnen jedoch erst bei 30 US$ und steigen bis auf 50 US$ an! Einheimische zahlen für die gleiche Wegstrecke nur ca. 2,50 US$! Die 3. Klasse ist die Holzklasse ohne geschlossene Fenster. So ist man die gesamte Zeit über dem Fahrtwind und den anderen Naturgewalten ausgesetzt. Nur die ärmsten Burmesen ziehen die 3. Klasse als bevorzugte Reisevariante vor.
Auch wir waren inzwischen an dem Punkt angekommen, die 11 US$ für die 3. Klasse zu zahlen (Einheimische zahlen knapp 1 US$), doch allerdings wollte uns niemand ein Ticket am Bahnhof verkaufen. Auch die Unterstützung durch einen Mönch, der sich als unserer Reisepartner ausgab, verhalf uns nicht zum Kauf eines Zugtickets.
Inzwischen haben wir unser Budget kalkuliert und festgestellt, dass allein die Beförderung durch das Land an die 200 US$ kosten wird! Im Gegensatz zu den anderen Ländern Südostasiens ist dies eine enorme Summe. Wir sind nun an dem Punkt angekommen, uns ein privates Auto samt Fahrer zu mieten, der uns für eine Dauer von zwei Wochen durch das Land fahren soll. Da zur Zeit weniger Touristen im Land sind als gewöhnlich, bedingt durch die steigenden Temperaturen, ist die Verhandlungsbasis für ein privates Auto am tiefsten Punkt (30 US$ pro Tag) angelangt. Vermutlich werden wir diese doch teurere Art der Fortbewegung vorziehen, um den viel intensiveren Fahrtzeiten und beschwerlichen Fortkommen mit den öffentlichen bzw. privaten Verkehrsmitteln zu entgehen.
Je mehr man nach Fahrplänen, Preisen und Zeitangaben fragt, um so mehr
unterschiedliche Antworten erhält man. Der Grund liegt vermutlich an den
stetigen Änderungen. Es ist nicht möglich einen Mittelweg
auszumachen, nur die eigene Erfahrung wird es zeigen.
Stadtbesichtigung Yangon
Yangon ist eine lebendige Stadt, in der an allen Straßenecken Händler ihre Waren zum Verkauf anbieten. Überall wird man angesprochen, ob man zu einem sehr guten Preis seine Dollar tauschen möchte. Da in Myanmar die Regierung aus dem Militär besteht und diese Regierung gegen diverse Menschenrechte verstösst, wird das Land von internationaler Seite boykottiert. So können keine ausländischen Divisen ins Land gelangen. Alle Kreditkarten und auch Reiseschecks sind in Myanmar nahezu nutzlos oder können nur mit sehr großen Aufwand in Bares umgemünzt werden! Deshalb sah sich die Regierung dazu gezwungen, das Land für den Tourismus zu öffnen. Bisher kommen nur sortiert die Ausländer nach Myanmar. Doch auch der Tourismus zieht an, oftmals gelenkt durch Seiten der Regierung. Auf der Straße wird man oft von Einheimischen in Gespräche verwickelt, die alle sehr schlecht auf die Regierung zu sprechen sind.
Für den heutigen Tag hatten wir uns die Besichtigung der Shwedagon Pagode und der Sule Pagode vorgenommen.
Die Shwedagon Pagode gilt als das Wahrzeichen des gesamten Landes. Bereits die Silhouette der in etwa 100 Meter hohen Pagode bietet einen majestätischen und anmutigen Anblick. Unzählige Pilger kommen nach Yangon, um die Pagode zu besuchen. In Myanmar ist das Betreten der Pagoden und der angrenzenden Anlagen mit Schuhen und Socken verboten, so dass die Füße mit den von der Sonne aufgeheizten Kacheln zu kämpfen haben. Teilweise ist der Fußboden so heiß, dass man vor der Hitze in den Schatten flüchten muss.
Die Schätze der Shwedagon Pagode sind in der ganzen buddhistischen Welt berühmt. Die komplette Pagode ist von oben bis unten vergoldet. Die Augen werden von dem Glanz, der durch die Sonne besonders intensiv wirkt, ganz müde. Teilweise ist ein Blick ohne Sonnenbrille unmöglich! Am oberen Ende der Pagode ziert eine Fahnenstange samt Kugel das Bauwerk. Die aufgesetzte Kugel aus puren Gold hat einen Durchmesser von 25 cm und ist mit mehr als 4000 Diamanten und 93 weiteren Edelsteinen besetzt.
Für unsere Vorstellung erscheint das Betteln der Mönche an der Pagode unwirklich! Oft kommen die jungen Novizen, um bei den Einheimischen und Touristen nach Geld zu fragen. Im Gegensatz zu allen anderen südostasiatischen Ländern ist dieses Verhalten ungewöhnlich.
Ankunft in Yangon
Mit einem Wimpernschlag wurden wir in eine völlig andere Welt versetzt...
In den frühen Morgenstunden des 08. März fegte der Airportbus mit
einer grandiosen Geschwindigkeit über den Expressway in Bangkok, um in 30
Minuten gegen 04.30 Uhr am Flughafen anzukommen. Weitere zwei Stunden
später saßen wir bereits im Flieger nach Yangon. Nach einer Flugzeit
von knapp 70 Minuten landeten wir in Myanmars Hauptstadt. Am Flughafen trafen
wir auf Ingrid, eine Deutsche, die bereits seit Oktober 2006 auf Reise ist.
Gemeinsam ließen wir uns von einem Einheimischen davon überzeugen,
mit ihm zu seinem speziellen Guesthouse (Motherland Inn2) zu fahren. Der
Transfer in die Stadt war damit kostenlos möglich, so dass wir ohne zu
zögern zustimmten. Am besagten Guesthouse angekommen, verging uns aber die
Lust in dieser Bleibe zu verweilen, da anscheinend alle Ausländer hier
abgeladen wurden. Irgendwie glich die Szene einer Massenabfertigung! Also
schulterten wir unser Gepäck und nahmen die Beine in die Hand, um mehrere
Straßen weiter eine wirklich nette Behausung zu finden. Nun schlafen wir
im "My Fair Inn" Guesthouse, welches sich in direkter Nachbarschaft mit dem
"Strand Hotel" befindet, in dem auch schon das Oberhaupt der Rolling Stones zu
Gast war. Allerdings kostet unsere "Suite" nur einen Bruchteil dessen, was Mick
Jagger im Strand zu zahlen hatte.
Bereits bei den ersten Kontakten mit den Einheimischen wurde uns klar, dass wir uns in einer ganz anderen südostasiatischen Welt befinden. Ganz Yangon scheint dem Betelnusskonsum verfallen zu sein! Die Straßen sind teilweise rot von den Überresten dieser gängigen Droge. Der überwiegende Teil der Männer trägt den traditionellen Wickelrock (Longyi), der einfach um die Hüfte geschwungen wird. An jeder Straßenecke bieten die Menschen ihre Waren an. Die Märkte sind hier wesentlich lebendiger als in allen bisher bereisten Ländern Südostasiens. Die Menschen laufen durch die Straßen und rufen laut in die Häuserschluchten, um ihre Waren an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Der Verkehr ist weitaus stärker, als wir es uns erträumt hatten. Das Stadtbild ist geprägt durch uralte Busse, die noch auf die 1940er Jahre datieren und immer noch fahren. Alle öffentlichen Verkehrsmittel sind gnadenlos überfüllt! Wir ahnen jetzt schon, wie beschwerlich das Reisen im Land sein wird.
Zum Mittag wurden wir von dem Englischlehrer der Guesthouse-Familie zum Essen eingeladen. Erst nach einiger Zeit begriffen wir überhaupt, warum uns diese Ehre zuteil wurde. Da wir sehr hungrig waren, fragten wir nach einem Restaurant. Fragt man einen Einheimischen nach einem Restaurant, fühlt sich dieser dem Fragenden verpflichtet, ihn zum Essen einzuladen!
Unsere erste Restauranterfahrung fiel positiv aus, nur das in Myanmar das Essen
oft im Öl schwimmt. Es bedarf also immer einer ordentlichen Portion Reis,
damit der Körper das Öl neutralisieren kann. In Myanmar gibt es an
jeder Ecke Tee- und Bierstuben, in denen man für geringes Geld gutes Essen
und Trinken bekommt.
Da uns heute die Müdigkeit fest im Griff hat, haben wir uns erst für morgen die Besichtigung der Stadt vorgenommen.
Wochenkurier Lübben - News
Traumhafte Kulisse: André Muschick und Carolin Büttner am Saensuk
Pasum Wasserfall in Pakse, Laos. Foto: Privat
07.03.2007 -
Während sich so mancher im tristen deutschen (Winter-)Wetter in die Ferne
sehnt, haben sich Carolin Büttner und André Muschick aus
Altdöbern diesen Traum erfüllt. Eine reine Weltreise sei der Trip der
beiden Lausitzer nicht, meint André Muschick. Dennoch lesen sich die
geplanten Stationen ihrer einjährigen Reise durch fremde Länder und
Kulturen wie die Reiseabteilung in einer guten Bibliothek: Thailand, Malaysia,
Bali, Australien, Neuseeland oder Südafrika, um nur einige zu
nennen.
Am 11. Dezember letzten Jahres nahm die Reise der beiden am Altdöberner
Bahnhof ihren Anfang. „Bereits während meiner ersten Asienreise
durch Nepal im Jahr 1998 lernte ich die Faszination des unabhängigen
Reisens ausführlich kennen. Mit Caro fand ich die ideale Partnerin, um
solche Reisen zu unternehmen“, berichtet der 29-jährige André
Muschick über die Beweggründe für die einjährige Reise
durch die Welt. Über die Stationen Vietnam, Laos und Thailand sind sie
mittlerweile in Kambodscha angekommen und besichtigten dort unter anderem die
Hauptstadt des Landes, Phnom Penh. Diese ist im Übrigen von Calau, wo
beide das Carl-Anwandter-Gymnasium besuchten, exakt 9.075 Kilometer Luftlinie
entfernt (berechnet von: www.nucleus2000.de).
Ein besonders prägendes Erlebnis hatte die gelernte Ergotherapeutin
Carolin Büttner in Laos Hauptstadt Vientiane. „Ich wurde auf der
Straße von einer alten einheimischen Frau mehrfach angebettelt, ihr etwas
Geld zu geben. Die Frau sprach einige Wortfetzen Englisch, die auf zu Hause,
Hilfe und Geld hindeuteten. Als ich ihr kein Geld geben wollte, wurde diese
Frau sehr unfreundlich, handgreiflich und schimpfte laut. Das hat uns gezeigt,
dass viele Einheimische mit ihren Sorgen, Nöten und Problemen allein
gelassen werden, manchmal die Hilflosigkeit regiert und Ausländer gern als
´Geldmaschinen´ angesehen werden“, so die 22-jährige.
Geld spielt auch auf dem Trip der beiden eine wichtige Rolle. So werden sie in
Australien ein zweimonatiges „Work & Holiday“-Visa beantragen,
um die Reisekasse aufzubessern. Natürlich gilt ein Gruß beider
Abenteurer allen Daheimgebliebenen: „Auf diesem Wege wollen wir uns
nochmal bei Caros Oma für die Pflege unseres Hauses bedanken.
Außerdem ein Dank aus der Ferne an Karo und Susi für die Pflege
unserer Katze Purzel und den Fischen“, so André Muschick. Wer mehr
über die Reisestationen der beiden Abenteurer lesen will, im Internet
führen sie auf www.immeraufderreise.de ein
Online-Tagebuch mit vielen Fotos - zum Fernweh bekommen... Jan Hornhauer
Was waren wir geschäftig!
Ist man erst einmal in Bangkok angekommen, beginnt die spannende Suche nach einer geeigneten Unterkunft. Ausgerechnet diese Suche gestaltet sich in Banglamphu immer äußerst schwierig. Alle Hotels und Gästehäuser sind zumeist ausgebucht, egal welche Preiskategorie man zu wählen versucht. Auch Fensterlose Räume, von uns liebevoll "Dark Room" oder "Rattenloch" getauft, sind sehr oft ausgebucht. Manchmal findet man "kuschelige" Dorms, in denen man sich mit Japanern, Koreanern und Chinesen vergnügen kann, insofern man dies möchte. Natürlich schnarchen dann acht Leute verschieden, so dass diese Art der Bleibe für uns nichts ist!
Inzwischen haben wir für Bangkok schon 150 Baht mehr eingerechnet, doch trotzdem ist es ein Krampf eine Unterkunft zu finden. Nur durch Glück haben wir in einer kleinen Seitengasse den passenden Raum für 400 Baht gefunden.
Die letzten Tage in Bangkok wurde es uns nie langweilig. Am ersten Tag haben
wir Natascha aus Wien kennengelernt. Mit ihr sind wir auf den Bangkok Night
Bazar gefahren, um die einen oder anderen Souveniers oder Kleidungsstücke
zu kaufen. Den zweiten Tag sind wir dann zur Botschaft von Bangladesh gefahren,
um mit unserer Einladung aus Dhaka ein Visum zu bekommen. Gar nicht so einfach,
die Beamten aus der Botschaft von der Echtheit der Einladung zu
überzeugen... Aber mit Standhaftigkeit und Selbstsicherheit halten wir nun
unsere Visa für Bangladesh in den Händen. Also Kathrin und Lipon,
eurer lieben Einladung werden wir nun folgen.
Auch unsere Flüge nach Bali, Australien, Neuseeland, Südafrika und nach Hause haben wir nun umgebucht. Dafür mussten wir durch ganz Bangkok reisen, um die Filiale der Quantas zu finden.
Morgen in aller Frühe fahren wir dann zum Flughafen von Bangkok, um von dort aus mit der Air Asia nach Yangon zu fliegen. Gegen 09.30 Uhr sollten wir dann in Myanmar angekommen sein.
Von Phnom Penh nach Bangkok
Ach wie schön, wie schnell der Weg von Phnom Penh nach Bangkok vergangen ist! Mit der Air Asia sind wir in knapp einer Stunde Flugzeit in Thailand gelandet. Auf dem Landweg wären wir vermutlich bis zu 24 Stunden auf Achse gewesen...
Müssen in den nächsten drei Tagen noch einiges erledigen, ehe wir am 08.03.2007 nach Yangon fliegen werden. Freuen uns auf Myanmar. Dann allerdings werden wir unsere Internetseite erst wieder nach dem 01. April aktualisieren, da zwischen Myanmar und den anderen südostasiatischen Ländern mindestens 50 Jahre Unterschied in der Entwicklung liegen.