Freunde der Sonne
Wenn es einen Platz gibt, an dem sich Spiritualität, Kommerz und westliches Hippietum an einem Ort vereinen, dann ist es in Pushkar - Indien. Für die Inder ist es ein hinduistischer Wallfahrtsort, über dessen heiligen See bereits chinesische Reisende im 5. Jahrhundert berichteten. Für einige der westlichen Rucksacktouristen ist es ein Ort auf der Suche nach dem ewigen Glück. Selbsternannte Aussteiger stampfen barfuß auf staubigen Pfaden und schmutzigen Straßen und sehen sich dadurch den Indern näher verbunden. Die Inder hingegen kommen selten auf die Idee ohne Schuhe durch den Schmutz und Dreck zu laufen, sind es doch viel mehr die armen Leute, kastenlose Menschen, die sich diesen Umstand antun müssen, da sie sich Schuhwerk nicht leisten können. Auch haben viele der hier ansässigen Hippies ihren ganz eigenen Weg des Lebensunterhalts entdeckt. So betreiben sie Drogenhandel, verkaufen das Zeugs aus Pushkar in Delhis Basar- und Rucksacktouristenviertel Pahar Ganj. Nicht selten kommt es also vor, dass einige der Hippies inzwischen ein kümmerliches Dasein in indischen Gefängnissen fristen, da sie ihren Weg der Erleuchtung dann doch nicht ganz in Einklang mit den indischen Regeln bringen konnten. Zudem stehen die westlichen Aussteiger nicht gerade hoch im Kurs. Häufig bekommt man die Frage zu hören, ob diese Leute in ihren Heimatländern auch ein solch schmutziges Leben führen... Selbsterklärende Frage, oder? Auf uns sprühte kein Funken von Spiritualität, denn der riesige Ramschmarkt in den Gassen beherbergt abgebrühte Verkäufer, deren Unlust an Preisverhandlungen deutlich zu spüren ist. Zudem wird man an allen Ecken von Brahmanen zu pujas eingeladen, bei denen unter anderem heilige Mantras nachgesprochen werden. Natürlich keine guten Wünsche ohne Geld. Reine Geschäftemacherei!