Beiträge zum Stichwort »Australien«
Mt. Isa - Rekorde mal ganz anders
Winton - Mt. Isa 462 Km
Wir haben unser gestecktes Ziel erreicht! Zu Beginn unserer Reise durch Australien hegten wir den Wunsch, den bekannten Monolithen Ayers Rock bei Alice Springs zu besuchen. Diesen Gedanken hatten wir aber alsbald verworfen, da die nächtlichen Temperaturen im Northern Territory bei Alice Springs zu dieser Zeit oft unter 0° C fallen können. Zudem wollten wir nicht nur tausende Kilometer durch das Outback von Australien fahren. Also sollte Mt. Isa das selbstgesteckte Ziel unserer Reise sein. Die Stadt liegt 887 Km von Townsville entfernt und gilt als die Metropole im Outback von Australien. Kein Wunder, leben doch knapp 24.000 Menschen 50 verschiedener Nationalitäten in Mt. Isa. Im Hinterland von Australien gibt es kaum vergleichbare Städte, auch von ihren Dimensionen her gesehen. Mt. Isa schaffte es in das Guiness-Buch der Rekorde, denn mit ihrer Ausdehnung erstreckt sich das Stadtgebiet im Norden bis an das Gulf Country und Savannah, im Süden bis zum Channel Country, im Osten bis zum Grassland und im Westen bis zum Simpson Desert. Damit umfasst es eine Fläche von 40.977 km² und ist in etwa so groß wie die Schweiz. Mt. Isa gilt als Stadt mit reichen Vorkommen an Bodenschätzen wie Kupfer, Zink und Silber. Als sehr interessant erwiesen sich die Einblicke in das Underground Hospital, dass während des Zweiten Weltkrieges von Zivilisten für Zivilisten angelegt wurde. Es umfasste eine Kapazität von 35 Patienten und sollte während Notzeiten der ärztlichen Versorgung dienen. Allerdings kam das Krankenhaus unter der Erde nie zum Einsatz, da es während eines schweren Bombenangriffes der Japaner im Jahr 1942 zerstört wurde.
Für uns war ein Besuch im örtlichen Jugendclub des PCYC sehr aufschlussreich, da es uns die Möglichkeiten der Kinder- und Jugendbetreuung in schwach besiedelten Gebieten Australiens aufzeigte. Wenn ich dieses Outback-Jugendzentrum mit bekannten Jugendhäusern meiner Heimatregion in Deutschland vergleiche, erblasse ich vor Neid, da es über ein Schwimmbad, einen Skaterpark, ein Fitnesscenter, einen Clubraum, ein Internetcafé, eine Turnhalle, einen Multifunktionsraum mit Bühne, Licht- und Beschallungsanlage, Aufenthaltsräume mit Billard und Außenanlagen mit Grillflächen verfügt. Die Jugendzentren von PCYC sind im gesamten Gebiet von Queensland vertreten. Schade das bei uns zu Hause die Jugendarbeit so frevelhaft behandelt wird!
Winton - Waltzing Matilda
Rubyvale - Ilfracombe - Winton 578 Km
In zwei Tagesetappen führte uns der Weg über Ilfracombe nach Winton, dem Geburtsort des Songs "Waltzing Matilda", der erstmals 1895 im North Gregory Hotel von "Banjo Peterson" gesungen wurde. Eine Ausstellung in Winton erinnert an die Geburtsstunde des Nationalliedes. Übrigens wurde im Jahre 1921 in Winton die Fluglinie "QANTAS" geboren.
Bereits in Longreach wollten wir das QANTAS Museum besuchen, doch der Eintritt von 19 Euro pro Person schreckte uns sofort ab! Auch in der "Australian Stockman´s Hall of Fame" in Longreach sollten wir 14 Euro pro Person berappen. Die Eintrittspreise liegen teilweise unverhältnismäßig hoch, wodurch viele Besichtigungen nur in der Natur stattfinden.
Die Weite des Outbacks ist für uns Europäer unvorstellbar und manchmal kann sie auch beängstigend wirken. An vielen Stellen weisen Flutindikatoren darauf hin, dass der Highway bis zu 2 Metern von Wasser überflutet werden kann! Unglaublich, wurde doch bei Cloncurry im Jahre 1889 die bisher heißeste Temperatur Australiens von 53,1° C gemessen! Doch als wir in Rubyvale auf den Highway fuhren, begann es zu regnen und der Regen sollte erst 22 Stunden später wieder aufhören. Auf dem Highway zwischen Rubyvale und Ilfracombe setzte der Dauerregen alsbald den Pisten abseits der Hauptstraße zu. Aus losen Sand- und Schotterpisten wurden schlammige Dreckwege, die selbst Allradfahrzeugen Schwierigkeiten bereitete. Hoffentlich würde das nächste Roadhouse oder der nächste Caravan Park nicht abseits einer asphaltierten Straße liegen... Inzwischen zeigten die Flutindikatoren an einigen Stellen auf dem Highway schon 20 cm Wasserstand an und vor uns lagen noch gut 160 Km oder knapp 2 Stunden Fahrtzeit. Trotz der schlechten Wetterverhältnisse erreichten wir Ilfracombe, ein kleines 185 Seelenörtchen, welches uns einen Stellplatz in einem Caravan Park bot. Der Platz war durch den Dauerregen schon in einen ähnlich schlechten Zustand wie die Nebenpisten des Highways. Wenn der Regen nicht nachlassen würde, müssten wir bestimmt einige Zeit länger in dieser "Stadt" ausharren. Doch der nächste Morgen brachte die Erlösung, denn bei strahlenden Sonnenschein trocknete der Asphalt des Matilda Highways unglaublich schnell ab und nur riesige "Seen" abseits der Straße deuteten noch auf das schlechte Wetter am Vortag hin.
Noch etwas am Rande: Im Outback werden Örtchen mit 180 Einwohnern als Städte bezeichnet. Im Gegensatz zu anderen Ortschaften wirken diese "Städte" riesig, denn Orte wie "Middleton" mit 5 Einwohnern, "Corfield" mit 20 Einwohnern oder "Quamby" mit 4 Einwohnern sind keine Seltenheit in der Weite Australiens! Im Outback ist der Weg das Ziel, denn außer diesen kleinen Siedlungen gibt es nicht viel zu sehen.
Rubyvale - Edelsteinsuche unter Tage
Carnarvon - Rubyvale 269 Km
Uns hat es inzwischen in die verlassene Gegend bei Emerald verschlagen. Bei unserer Routenplanung sind wir auf einen schönen Campingplatz in Rubyvale aufmerksam geworden, der auf der Strecke nach Longreach zu finden ist. Erst später registrierten wir, dass an diesem Ort nach Edelsteinen gegraben wird. In der gesamten Region um Emerald, Sapphire und Rubyvale wird nach Rubinen und Saphieren gesucht. Inzwischen sind ganze Teile von Rubyvale und Sapphire unterhölt, um den edlen Stein ans Tageslicht zu befördern. Wir hatten in der "Miners Heritage" eine Tour durch die Untertagewelt gebucht und dabei viele aufschlussreiche Informationen erhalten. Bei der Suche nach den Saphiren werden riesige Stollensysteme in die Erde gegraben und Unmengen an Erdreich ans Tageslicht befördert. Davon sind ca. 99% Abraum und nur ca. 1% sind der Ertrag, nach dem hier unzählige Menschen suchen. Vor etlichen Jahren hatte ein Kind einen Stein nach Hause gebracht, den dieses beim Spielen am Schulbus gefunden hatte. Der Vater des Kindes erkannte darin einen riesigen Edelstein von knapp 500 Karat (1 Karat ca. 5 Gramm) und verkaufte diesen für 50.000 AUD an einen Händler. Im letzten Jahr wurde der gleiche Stein an einen Sammler aus New York für 5,2 Mio. AUD verkauft. Was für eine Ausbeute!
Viel aufschlussreicher ist aber die Tatsache, dass von allen gefundenen
Edelsteinen nur 5% in Australien verbleiben. Sie repräsentieren die besten
und reinsten Steine. Der Großteil der Steine geht als "Industrieware"
nach Thailand, Frankreich und Deutschland, wobei in Thailand die schlechtesten
"Edelsteine" landen und dort für viel Geld in den Schmuckgeschäften
verkauft werden. Ähnlich sieht es auch mit der Ausbeute aus, die in
Deutschland und Frankreich landet. Wer wirklich reinen Saphier kaufen
möchte, sollte dies auch in Australien nur in Rubyvale oder Sapphire tun,
da selbst in Australien "Industrieware" aus Thailand im Umlauf ist.
Carnarvon National Park
Das Wetter hatte sich über Nacht beruhigt, so dass eine Besichtigung des Nationalparks möglich war. Wir erkundigten uns vorab über den Zustand der Zufahrtsstrasse, da diese bei schlechten Wetterbedingungen nur mit einem Allradfahrzeug passierbar ist oder es vorkommen kann, dass das Wasser an einigen Stellen so hoch steht, dass eine Fahrt auf den Strassen unmöglich wird.
Der Carnarvon Nationalpark ist ein riesiges Areal von 2.000 km²
Größe. Durch die undurchlässigen Schieferschichten bildet die
Carnarvon Region ein natürliches Auffangbecken für Wasser im sonst
trockenen Hinterland von Central Queensland. Nach starken Niederschlägen
führt der Carnarvon Creek Hochwasser, dass selbst die Hauptstrasse bis zu
zwei Metern überfluten kann. Das Wasser aus der Carnarvon Region
fließt tausende Kilometer weit nach South Australia und speist dort den
zumeist trockenen Salzsee Lake Eyre. Im letzten Jahr war dieser nach 10 Jahren
Trockenheit aufgrund starker Regenfälle in der Carnarvon Region wieder
gefüllt, so dass sogar Pelikane aus dem Norden von Australien ihr
Brutquartier nach South Australia verlagerten.
Der Nationalpark war heilige Stätte der Aborigines. An einigen Stellen findet man noch Zeichnungen und Gravuren der Ureinwohner. Mit dem Mund wird die Farbe auf die Felsenwände gesprüht, wobei die eigene Hand als Schablone dient.
Fahrt in das Nichts
Stanthorpe - Chinchilla - Roma - Carnarvon 1.153 Km
Seit drei Tagen nun sind wir unaufhörlich auf der Reise. In Stanthorpe angekommen, hatten wir eine Besichtigung des "Girraween Nationalparks" eingeplant. Der Park beherbergt spektakuläre Felsformationen aus Lavagestein, die man auf verschiedenen Wanderwegen erkunden kann. Wir hatten uns vorgenommen, den "Balancing Rock" zu besichtigen, einen Felsen, der ebenso magisch auf einem Steinfundament balanciert, wie es die Steinformationen in "Stonehenge" bei Glenn Inns tun. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung: Es regnete unaufhörlich und auch die Temperatur sank in der Nacht auf nur 8 Grad Celcius. So entschlossen wir uns am nächsten Morgen zur Weiterfahrt nach Chinchilla.
Zwischenzeitlich passierten wir das Tor zum Outback. Auf dem Weg ins Nichts kamen uns immer wieder gewaltige Zugmaschinen mit zwei und drei Anhängern entgegen. Die "Road Trains" sind gewaltige LKW´s, die das Outback mit allen möglichen Gütern versorgen. Eine Vorstellung von dem Nichts konnten wir alsbald entwickeln, da der Vorgeschmack auf das wirkliche Outback im Landesinneren Australiens schon riesig war. Außer kilometerlanger gerader Straße, ein paar Büschen und Bäumen, hin und wieder einigen Farmen und Kühen, sowie unzählige tote Känguruhs am Straßenrand, gab es nur das Nichts zu sehen! Im Outback gibt es den "Royal Flying Doctor Service" (RFDS) und die "School of the Air". Schon in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erkannte der Missionar John Flynn, dass Funk- und Luftverkehr die Isolation der Menschen im Outback aufheben konnte. So werden heute mit Hilfe des Funks Kinder unterrichtet und medizinische Hilfe und Anleitung zur Selbstbehandlung in Notfällen übermittelt.
Für eine Nacht verweilten wir in Chinchilla, wo es noch kälter wurde als in Stanthorpe. Im Outback kann der Wind ungehindert wehen und sternenklarer Himmel sorgt für enorme Abkühlung! Angesichts der Kälte sind wir nun stolze Besitzer eines 24,- AUD teuren Heizgerätes, welches uns nun den Innenraum des Campervans auf angenehme Wohlfühltemperatur erwärmt.
Nach langer Fahrt auf der Carnarvon Road von Roma durch die Einöde, sind wir nun in einem kleinen Nest Namens Warrinilla am "Carnarvon National Park" angekommen. Leider schlägt das Wetter schon wieder Kapriolen und droht der Besichtigung des Parks erneut einen Strich durch die Rechnung zu machen. Wir hoffen, dass morgen das Regenwetter nachlassen wird!
Wir haben das Gefühl, dass auf diesem Campingplatz eine Unzahl von älteren Leuten campiert, die in der Gemeinschaftsküche und im Aufenthaltsraum allabendliche Party feiern. In Australien bekommt man Alkohol nur in speziellen Geschäften und Pubs mit Ausschankgenehmigung zu kaufen. Woher die Leute hier in der Einöde das Bier und den Wein zum feiern her haben, ist uns noch ein Rätsel.
Auf dem Weg zum New England Highway
Taree - Port Macquarie - Kempsey - Dorrigo - Armidale 435 Km
Heute sind wir in Armidale angekommen. Wir haben uns dazu entschieden, den Pacific Highway zu verlassen, um dem New England Highway zu folgen.
Auf dem Weg zum "Bird Tree" im "Middle Brother State Forest" bei Taree hatten wir unsere erste Begegnung mit einem Känguruh. Blitzschnell sprang dieses über die Staubpiste und war ebenso schnell wieder im Busch verschwunden. Kein Wunder, dass uns der Typ bei der Vermietung gesagt hatte, dass wir in der Nacht nicht fahren sollten, weil dann die "BIG BASTARDS" die Straße kreuzen. Bei einer stattlichen Körpergröße bis zu 2 m würde der Zusammenprall vermutlich ähnlich enden wie mit einem deutschen Wildschwein.
Beim "Bird Tree" handelt es sich um einen Baum, der über 300 Jahre alt
sein und soviel Holz haben soll, dass man aus diesem zwei Häuser bauen
könnte. In der Tat ist dieser Baum gewaltig und zählt zu den
Höhepunkten im "Middle Brother State Forest".
In Port Macquarie hatten wir einen kleinen Halt eingelegt, um den "Koala Wildlife Park" zu besichtigen (15 AUD pro Person). Hier findet man Känguruhs, Reptilien, Schlangen, Affen und natürlich die Koalas. Wir hatten sogar die Möglichkeit, diese possierlichen Tierchen anzufassen. Sie tragen ein unheimlich dichtes Fell und verfügen über scharfe Krallen, mit denen sie sich mühelos in den Bäumen fortbewegen können. Übrigens schlafen die Koalas ca. 20 bis 22 Stunden am Tag. Den Rest der Zeit sind sie mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Das Wort "Koala" wurde aus einem Wort der Aborigines-Sprache abgeleitet und bedeutet soviel wie, "dieses Tier trinkt nicht". Offensichtlich enthalten die Blätter des Eukalyptusbaumes genügend Wasser, damit die Tiere den Schutz des Baumes nicht verlassen müssen.
Auf der State Route 78 konnten wir mehrmals an einigen Wasserfällen
halten. In einigen Reiseführern und auch auf den Beschilderungen am
Straßenrand taucht die Bezeichnung "Waterfall Way" auf. Und
tatsächlich, es gibt unzählige Wasserfälle entlang der
Straße. Um davon alle besichtigen zu können, bedarf es mindestens
zwei Tage. Wir jedenfalls machten eine kurze Pause in Dorrigo, um dem "Dorrigo
Rainforest Centre" einen Besuch abzustatten. Ein schöner Wanderweg
führt durch den Nationalpark und ein Sky-Walk gewährt Einblicke bis
in die Baumkronen der riesigen Urwaldbäume. Lediglich eine Spendendose
weist den Besucher darauf hin, eine kleine Unterstützung an den "NSW
National Parks and Wildlife Service" zu geben. An den "Dangar Falls" in Dorrigo
genossen wir bei schöner Aussicht eine kleine Stärkung zum Mittag und
bei den "Ebor Falls", 70 Km vor Armidale, konnten wir nochmals die
Naturschönheiten des "Waterfall Way" bestaunen.
Tourist Drive to Ellenborough Falls
Sydney - Ryde - Hallidays Point - Ellenborough Falls 484 Km
Inzwischen haben wir uns mit unserem rollendem Heim auf Zeit angefreundet und fahren entlang der Ostküste Australiens Richtung Norden. Die Temperaturen erinnern uns momentan noch an deutsche Gefilde im Herbst, doch die Aklimatisierung nach sechs Monaten Asien geht schneller voran, als wir uns das anfangs vorgestellt hatten. Derzeit herrscht auf den Campingplätzen gähnende Leere, so dass wir die Abende allein in unserem Van verbringen.
Der heutige Ausflug führte uns durch Taree zu den Ellenborough Falls.
Taree und Umgebung sind eher landwirtschaftlich geprägt. Kühe und
Pferde findet man auf fast allen Feldern der Region.
Über eine Dirt Road gelangt man zu den Wasserfällen, die am 50 km entfernten Bulga Plateau im Bulga Forest liegen. Über eine gewaltige Felskante stürzen die Wassermassen 160 m tief in eine Schlucht. Bereits seit 1890 sind die Wasserfälle ein beliebtes Ausflugsziel für einheimische Familien und Besucher. Verschiedene Waldwege gewähren einen Einblick in den dichten subtropischen Regenwald auf dem Plateau. Im Jahr 2000 ereignete sich ein Unglück an den Wasserfällen. Ein kleines Schild am Kopf des Wasserfalls erinnert daran, dass ein 11-jähriger Junge dort beim Spielen sein Leben verlor.
Let´s start now!
Heute endlich konnten wir das wichtige Dokument aus Deutschland in Sydney abholen. Wir sind überglücklich und können nun die Reise in den Norden von Australien fortsetzen. Es wird auch echt Zeit, denn wir harren inzwischen bei nur 9° C in der Nacht in unserem Campervan aus. Am Tage wärmen wir uns dann bei 16° C auf. Nur gut, dass es seit unserer Ankunft nicht mehr regnet, denn das würde die Situation nur verschlimmern. Wenn wir uns ein leckeres Essen zaubern, wird es im Innenraum auch gemütlich warm.
Wir nutzten den Tag für einen ersten Streifzug durch die
Millionenmetropole des fünften Kontinents. Wir haben das Gefühl, dass
wir uns am Ende unserer Reise durch Australien in Sydney wohlfühlen werden
können.
Holprige Australienankunft
Nach 36 Stunden auf den Beinen und inzwischen erholsamen Schlaf in unserem Campervan, können wir nun einen klaren Gedanken fassen, um einen Eintrag in unserem Tagebuch vorzunehmen.
Der gestrige Tag war alles andere als lustig! Nach nur 5 Stunden Flug kamen wir
in Sydney an. Uns erwartete dort das mieseste Wetter seit Beginn unserer Reise.
Zwar zeigte das Thermometer 20° C an, jedoch der starke Regen und der
heftige Wind machten diese Temperatur nicht fühlbar. Die Australier rennen
bei solch einem Wetter trotzdem in Flip Flops und kurzer Hose rum.
Eigentlich hatten wir geplant, am Ankunftstag ein wichtiges Dokument aus Deutschland in Empfang zu nehmen. Jedoch hat unsere Kontaktperson in Sydney dieses noch nicht von der Post abholen können, da er offensichtlich zu "BUSY" ist! Vermutlich bleiben uns dadurch drei Zwangstage in Sydney´s Umgebung, da Wochenende und Feiertag eine Abholung des Briefes von der Post unmöglich machen.
Der direkteste Weg führte uns vom Flughafen zur Autovermietung in Sydney. Dort hatten wir uns bereits einen Campervan über das Internet gesichert. Wir gingen davon aus, dass die Übernahme des Mietfahrzeuges problemlos über die Bühne gehen würde. Ging es aber nicht! Ein Limit unserer Kreditkarten aus Deutschland verhinderte die Bezahlung der Kaution und des Mietpreises. Was nun? Zuerst versuchten wir eine Kontaktaufnahme mit unserer Bank in Deutschland. Zu dumm nur, dass wir ausgerechnet am Samstag angekommen waren und die Zeitverschiebung von 8 Stunden plus uns darin hinderte, nicht nur einer Computerstimme zu lauschen. Dadurch war die Erhöhung des Kartenlimits nicht möglich! Nur die Verteilung der Kaution auf zwei Kreditkarten und die Abhebung von Bargeld mit der dritten Kreditkarte, sowie der Umtausch von verbleibenden Reiseschecks und US-Dollar ermöglichte uns die Übernahme des Campervans. Vorteil an der ganzen Geschichte: Durch die Barzahlung sparten wir uns die Kreditkartengebühr von 55,- AUD. Da in Deutschland der Einsatz der Kreditkarte nur obligatorisch erfolgt, kommt man zwangsläufig nicht auf die Idee, dass die Hausbank so ein geringes Limit auf die eigene Karte setzt!
Nach fünf Stunden Tausch-, Verhandlungs- und Übergabeprozess konnten wir dann endlich die Fahrt durch Sydney zum nächstliegenden Caravan Park antreten. Diesen fanden wir dann auch nach Umgewöhnung auf Linksverkehr und Schaltproblemen (Automatismus des Deutschen rechts zu schalten) in Ryde. Nach selbstgekochten Essen und Tee waren wir froh, diesen Tag endlich so ausklingen lassen zu können.
Wochenkurier Lübben - News
Traumhafte Kulisse: André Muschick und Carolin Büttner am Saensuk
Pasum Wasserfall in Pakse, Laos. Foto: Privat
07.03.2007 -
Während sich so mancher im tristen deutschen (Winter-)Wetter in die Ferne
sehnt, haben sich Carolin Büttner und André Muschick aus
Altdöbern diesen Traum erfüllt. Eine reine Weltreise sei der Trip der
beiden Lausitzer nicht, meint André Muschick. Dennoch lesen sich die
geplanten Stationen ihrer einjährigen Reise durch fremde Länder und
Kulturen wie die Reiseabteilung in einer guten Bibliothek: Thailand, Malaysia,
Bali, Australien, Neuseeland oder Südafrika, um nur einige zu
nennen.
Am 11. Dezember letzten Jahres nahm die Reise der beiden am Altdöberner
Bahnhof ihren Anfang. „Bereits während meiner ersten Asienreise
durch Nepal im Jahr 1998 lernte ich die Faszination des unabhängigen
Reisens ausführlich kennen. Mit Caro fand ich die ideale Partnerin, um
solche Reisen zu unternehmen“, berichtet der 29-jährige André
Muschick über die Beweggründe für die einjährige Reise
durch die Welt. Über die Stationen Vietnam, Laos und Thailand sind sie
mittlerweile in Kambodscha angekommen und besichtigten dort unter anderem die
Hauptstadt des Landes, Phnom Penh. Diese ist im Übrigen von Calau, wo
beide das Carl-Anwandter-Gymnasium besuchten, exakt 9.075 Kilometer Luftlinie
entfernt (berechnet von: www.nucleus2000.de).
Ein besonders prägendes Erlebnis hatte die gelernte Ergotherapeutin
Carolin Büttner in Laos Hauptstadt Vientiane. „Ich wurde auf der
Straße von einer alten einheimischen Frau mehrfach angebettelt, ihr etwas
Geld zu geben. Die Frau sprach einige Wortfetzen Englisch, die auf zu Hause,
Hilfe und Geld hindeuteten. Als ich ihr kein Geld geben wollte, wurde diese
Frau sehr unfreundlich, handgreiflich und schimpfte laut. Das hat uns gezeigt,
dass viele Einheimische mit ihren Sorgen, Nöten und Problemen allein
gelassen werden, manchmal die Hilflosigkeit regiert und Ausländer gern als
´Geldmaschinen´ angesehen werden“, so die 22-jährige.
Geld spielt auch auf dem Trip der beiden eine wichtige Rolle. So werden sie in
Australien ein zweimonatiges „Work & Holiday“-Visa beantragen,
um die Reisekasse aufzubessern. Natürlich gilt ein Gruß beider
Abenteurer allen Daheimgebliebenen: „Auf diesem Wege wollen wir uns
nochmal bei Caros Oma für die Pflege unseres Hauses bedanken.
Außerdem ein Dank aus der Ferne an Karo und Susi für die Pflege
unserer Katze Purzel und den Fischen“, so André Muschick. Wer mehr
über die Reisestationen der beiden Abenteurer lesen will, im Internet
führen sie auf www.immeraufderreise.de ein
Online-Tagebuch mit vielen Fotos - zum Fernweh bekommen... Jan Hornhauer