Beiträge zum Stichwort »Afrika«

Donnerstag, 01. November 2007

Game Parks und Wetlands

Hlane Nationalpark Strasse

Shewula - Hluhluwe - St. Lucia 768 km

Bereits im Krüger Nationalpark sind wir auf den Geschmack gekommen, einen Self Drive mit dem eigenen Auto in den verschiedenen Game Parks (Bezeichnung für Wildparks) zu unternehmen. Es verwundert also kaum, dass wir großes Interesse an der Erkundung des Hlane Nationalparks in Swaziland hatten. Mit einer Gesamtfläche von ca. 30.000 ha ist er der größte Park seiner Art im ganzen Land und beherbergt ein grandioses Refugium an verschiedenen Tieren. Die Besonderheit liegt aber bei den Löwen, die manchmal in den frühen Morgenstunden von der Hauptstraße aus beobachtet werden können. Im Jahre 1994 wurden hier nach 30 Jahren Abwesenheit diese Tiere wieder angesiedelt. Es folgten dann auch Leoparden und Geparden. Großkatzen sind zumeist sehr scheue Tiere. Daher verwundert es wohl kaum, dass wir wieder einmal kein Glück auf unserer Spurensuche nach den wilden Tieren hatten. Hingegen sahen wir viele Nashörner und Elefanten. Wir gelangten zu der Erkentniss, dass die Tiere im Hlane Park wesentlich scheuer auf Menschen reagierten als im Krügerpark. Trotz der zum Teil sehr schlechten Wege war aber eine Erkundung mit dem eigenen Auto möglich. Jedoch braucht man an einigen Stellen im Park sehr viel Feingefühl, um das Fahrzeug sicher auf den unebenen Pisten zu manövrieren. Vermutlich ist man mit einem Allradfahrzeug besser beraten, zumal beim Verlassen des Autos eine latente Gefahr besteht! Trotzdem hatte sich das Abenteuer Hlane Park gelohnt.

Um endlich die wilden Katzen zu Gesicht zu bekommen, versuchten wir unser Glück noch einmal im Hluhluwe-Umfolzi Park. Hier leben inzwischen schon mehr als 200 Löwen und eine Vielzahl von anderen großen Tieren. Der Park zählt zum Highlight von Südafrika und ist neben dem Krüger Nationalpark wohl der schönste des Landes. Hier macht die Tierbeobachtung riesigen Spaß. Unzählige "lebendige Straßensperren" gehören zu einem Self-Drive im Park dazu. Hinter jeder Kurve könnte wieder ein Nashorn oder ein gewaltiger Elefantenbulle lauern. Im kleinen Toyota Tazz gewinnt man recht schnell respektvollen Abstand vor mächtigen Rhinos, noch größeren Elefanten oder gar einer ganzen Büffelherde. An den Wasserstellen tummeln sich unzählige Zebras, Giraffen, Gnus und anderlei Getier, nur die Großkatzen verstecken sich wieder im dichten Gebüsch des Nationalparks. Die Freude ist trotzdem riesig groß, da die Tiere wesentlich greifbarer sind, als wir es bisher erlebt hatten. Täten wir nicht in unserem kleinen Tazzy sitzen, dann könnten wir per Allrad gleich noch die Wetlands von St. Lucia komplett erkunden. So aber bleibt uns nur die Nationalstraße 2, um dem ausgedehnten Feuchtgebiet einen Besuch abzustatten. Hier gibt es die höchst bewachsenen Dünen der Welt, die weltweit höchste Dichte von Riedböcken, unzählige Krokodile und Nilpferde. Der St. Lucia Wetland Park ist ideal für ausgiebige geführte Wanderungen mit einem Ranger oder Selbsterkundungsfahrten mit eigenem Auto. Per Allradfahrzeug kann man sogar die Wetlands bis nach Mozambique befahren. Die Vegetation besticht durch Grasland und des gesamte Areal wird sowohl von Süß- als auch von Meereswasser überflutet. Das schafft ideale Voraussetzungen für Mangrovensümpfe, in denen sich die Krokodile und Nilpferde heimisch fühlen. Manchmal kann es sogar vorkommen, dass sich eines der großen Tiere bis auf die Straßen des kleinen Ortes verirrt. Vorsicht ist deshalb immer angebracht! 

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Samstag, 27. Oktober 2007

Afrika Live

Eh Baba! When I say right then you indicate right, allright? Nee, nicht allright! Woher sollte ich denn wissen, welche Handlungen hinter den merkwürdigen Bewegungen der Dame auf der Straße vor unserem Auto stecken sollten. Das ist eben Afrika. Ich weiß inzwischen nicht mehr, wie oft wir nun schon von der Polizei in Afrika angehalten worden sind. Jedesmal ist es eine neue Geschichte. Einmal wurden wir gefragt, wie es uns in Afrika gefällt und wie lange wir in Südafrika Urlaub machen würden. Wow, acht Wochen! Das ist toll. Genießt die Zeit und fühlt euch sicher. Wir sind für euch da... Naja, Polizei sieht man wirklich häufig. Beim zweiten Stopp musste ich dem Polizisten erklären, welche Bedeutung mein internationaler Führerschein hat. What is it? Nun, das ist meine internationale Fahrerlaubnis, die in verschiedenen Sprachen ausgeführt ist, damit jeder in der Welt sie deuten kann. Hier ist Russisch, da ist Englisch, das ist Französisch und hier ist Deutsch. Großartig, oder? OK, alles klar, du darfst weiterfahren. Beim dritten mal dann musste ich dem Polizisten genau lauschen, dass ich mit einer unverheirateten Frau auf Reise wäre und wie das möglich sei. Wenn ich nun Vater werden würde, dann müsste ich viel Geld zahlen. Vielleicht auch Tiere! Keine Ahnung. Jedenfalls war der Mann in Uniform gar nicht an der Verkehrskontrolle interessiert, sondern hielt mir zuerst einen Vortrag und dann machten wir freundlichen Smalltalk, da er der deutschen Fußballnationalmannschaft einiges abgewinnen konnte. Das ist sie, die Polizei in Afrika. Gut nur, dass sowohl in Südafrika als auch in Swaziland die Bestechlichkeit der Polizei kein wirkliches Problem ist...

Von der Polizei zum Handwerk. Im Mlilwane Wildlife Sanctury gibt es den "Mercedes" aller Backpacker in Swaziland. Vermutlich betitelt die Tourismusbehörde diese Billigherberge so, weil sie inmitten des Wildlife Areals von Mlilwane liegt. Leider ist der Backpacker schon etwas in die Jahre gekommen, trotzdem vermittelt er einen gewissen Charme. Handwerker waren eigentlich vor Ort, um das kleine Problem im Bad zu beheben. Hier war zwischen Toilette und Waschraum ein Loch in der Wand, da vermutlich ein übermütiger Reisender irgendwann einmal die Mischbatterie der Dusche zerlegt haben muß. Jedenfalls war die Wand aufgestemmt und der gesamte Schutt lag in der Duschkabine. Am ersten Tag schauten die Handwerker nach der Dusche. Das Werkzeug wurde abgestellt und der Schutt aus der Dusche halb ausgekehrt. Ja, nicht ganz sauber! Danach waren die Handwerker vorerst nicht gesehen. Später dann trafen wir sie an der Bar bei kalten Getränken und einer Runde Billard. Am besagten Tag passierte kein weiterer Handgriff mehr an der Dusche. Am zweiten Tag waren die Handwerker wieder vor Ort. Diesmal bauten sie tatsächlich eine neue Mischbatterie an, um jedoch zwei Stunden später wieder Billard zu spielen. Am dritten Tag dann begannen die Handwerker gleich ihre "Arbeit" mit einem ausgedehnten Spiel am Billard. Ob inzwischen schon der Brausekopf angeschraubt wurde, das Loch in der Wand geschlossen ist und der Bauschutt komplett beseitigt wurde? Wer weiß! Das ist eben Afrika... 

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Freitag, 26. Oktober 2007

Die Berg Community

Shewula Mountain Camp

Matsapha - Mlilwane - Shewula 446 km

Bei einer meiner abendlichen Lesestunden im Reiseführer stieß ich auf eine ungewöhnliche Unterkunft in den Bergen beim Hlane National Park. Da wir uns ohnehin einen Besuch im ehemaligen königlichen Jagdgrund vorgenommen hatten, schien diese Bleibe die ideale Ausgangsbasis für einen Tagestrip in den Park zu sein. Auch das kleine Coast To Coast Büchlein informierte uns über das Shewula Mountain Camp. Also machten wir uns am Morgen auf den Weg gen Norden, nahe an die Grenze zu Mozambique. Da uns mal wieder der chronische Geldmangel in meiner Geldbörse plagte, mussten wir vorab noch einen Stopp im nahegelegenen Ort einlegen, um uns mit Baren einzudecken. Ein lange Schlange am einzigen Bankautomaten ließ uns jedoch nichts Gutes erahnen. Alle warteten wohl auf den Geldtransporter, dass dieser die Geldmaschine wieder befüllen könnte. Doch offensichtlich war das Problem anderer Natur. Der Geldautomat wollte den wartenden Menschen gar kein Geld ausspucken. Auf Nachfrage am Bankschalter erhielten wir die Antwort, dass das Problem gerade behoben werde, man könne aber nicht genau sagen, ob der Automat heute noch Geld rausrücken würde. Also blieb uns nur die Weiterfahrt auf gut Glück in den nächsten Ort, wo es wohl eine andere Bank geben sollte. Und tatsächlich, eine ATM war vorhanden. Es gab sogar einen freundlichen Angestellten, der hilfebedürftigten Kunden beim Abheben des Geldes über die Schulter schaute. Wir verließen uns auf unsere eigene Sachkenntnis, damit wir nicht Ziel der Begierde werden würden. Trotzdem haben wir in Sawaziland nicht das Gefühl, dass die Leute uns was Schlechtes antun würden. Nachdem wir uns also doch noch das nötige Bargeld beschaffen konnten, folgten wir der spärlichen Wegbeschreibung und Beschilderung zum Shewula Mountain Camp. Über eine hopelige Sand- und Schotterpiste führte uns der Weg durch die Berge der Shewula Community, in der mehr als 10.000 Menschen leben sollen. Hier gibt es einige Projekte und Mikroprojekte, die von der EU gefördert werden. So findet man mehrere Schulen, Polizeigebäude und ärztliche Versorgung. Zum Großteil versorgt sich die Gemeinschaft über den Obst- und Gemüseanbau. Ein eingerichtets Mountain Camp dient als zusätzliche Finanzierungsquelle. Uns wurde das erst später bewusst. Die Anfahrt zum Camp gestaltet sich schwierig. Der populäre Baz Bus kehrt hier ganz sicherlich nicht ein, was uns aber nach den letzten Erfahrungen mit einigen Baz Bus Reisenden ganz recht war! Über Stock und Stein fuhren wir einige Minuten durch die Berge bei Shewula und mussten mehrmals nach dem Weg fragen, da wir inzwischen unsicher ob der Richtigkeit der eingeschlagenen Fahrtrichtung waren. Doch die unzähligen Schulkinder wiesen uns den Weg. Irgendwie begrüßten uns die Menschen hier mit offenen Armen. Alle waren begeistert, dass sich weiße Touristen in ihre Community verirrt hatten. Uns gefiel das, da wir wussten, dass wir eine richtige Wahl getroffen hatten. Und tatsächlich, der Weg führte uns zum Mountain Camp. Einhellig wurden wir von den vier anwesenden Einheimischen in Rondavel Nr.1 einquartiert. Von außen sehen die runden Steinbauten weniger geräumig aus, als sie sich im Inneren tatsächlich erweisen. Hier gibt es keinen Strom. Kochen kann man mit Gas und als Beleuchtungsquelle dienen Öllampen. Angekommen... Das ist Afrika! Der rythmische Klang der Trommeln dröhnte an unser Ohr und die Gesänge der Kinder folgten im Einklang mit der Musik. Das letzte Licht des Tages verlosch und nur spärlich funzelten die Lampen. Wie gegensätzlich es doch anmutet, mit verbleibender Akkuleistung den Tagebucheintrag im Schein einer Öllampe zu schreiben. Das ist ein Stück Afrika, dass wir hier ganz sicherlich einatmen können!         

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Dienstag, 23. Oktober 2007

Ezulwini Valley

Swazitanz

"Himmlisches Tal", so nennen die Swazis den 18 km langen Landstrich, der sich von Lobamba bis nach Mbabane erstreckt. Er gilt als die touristische Hochburg von Swaziland. Verkaufsstände, Hotels, Restaurants, Nachtclubs und einige Schönheitsfarmen weisen den Weg durch das Valley, dass aber nicht nur durch alle Annehmlichkeiten für Touristen auffällig ist. Alles wirkt sehr gepflegt. Kein Wunder, denn an den Toren zum Ezulwini Valley befindet sich der Wohn- und Regierungssitz der königlichen Familie. Uns zog es aber nicht nach Lobamba zum Parlamentsgebäude, sondern wir wollten der Tradition der Swazis auf den Grund gehen. Im Swaziland Cultural Village hat der Tourist alle Chancen dazu. Das kleine traditionelle Dorf wird heute von 24 Menschen bewohnt, die in den typischen Bienenkorb-Hütten leben. Die alte Lebensweise ist alles andere als monogam. So kann ein Mann mehrere Frauen haben, wenn er diese mit jeweils 17 Kühen bezahlen kann. Männer und Frauen leben bis zu ihrem 18. Lebensjahr streng getrennt in verschiedenen Hütten. Erst mit der Heirat darf die Frau in die Hütte des Ehemannes einziehen. Das Kochen erledigen die älteren Frauen, wobei das Essen immer gemeinsam von einem Teller mit der Hand gegessen wird. Das soll das Sozialgefüge der Dorfgemeinschaft stärken. Den ältesten Dorfbewohnern wird die größte Anerkennung und Respekt beigemessen, was wiederum die sozialen Bindungen stärken soll. Swazis sind selbstbewußte Menschen, die mit Stolz ihre bunte traditionelle Kleidung tragen. Ganz besonders imposant wirkt dieser Kleidungsstil in Verbindung mit den alten Tänzen und Gesängen. So bietet die folkloristische Vorführung im Swazidorf einen guten Einblick in die tradionelle Lebensart der Menschen von Swaziland. Heute leben noch etwa 10% der Swazis in diesen traditionellen Dörfern.

Das Mantenga Nature Reserve bietet neben dem Swaziland Cultural Village auch einige Wanderwege und Übernachtungsmöglichkeiten. Am schönen Mantenga Wasserfall kann man ein erfrischendes Bad nehmen oder in abwechslungsreicher Natur ein Picknick genießen.

Obwohl wir nun schon wieder tausende Kilometer von Australien entfernt sind, machen einige altbekannte "Freunde" an den Ländergrenzen keinen Halt. So trifft man inzwischen auch in Afrika auf die lästigen Bed Bugs - Bettwanzen - kleine Blutsauger, die einem den Aufenthalt in jeder Unterkunft vermiesen können. Ob es sich bei dem kleinen Mistvieh um einen Einzelfall handelte, werden wir wohl in den nächsten Tagen und Wochen erfahren...     

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Montag, 22. Oktober 2007

Welcome to Swaziland

Swazi Haus bei Mbabane

Nelspruit - Matsapha 333 km

Swaziland wir kommen. Schon zu Beginn unserer Reiseplanung für Südafrika hatten wir uns dazu entschlossen, dem kleinen Königreich Swaziland einen Besuch abzustatten. Hier zählen noch alte Werte und Moral, was Swaziland zu einem der sichersten afrikanischen Reiseländer macht. Mit einer Fläche von 17.364 km² wirkt Swaziland winzig im Vergleich zum fast 70 mal größeren Südafrika! Und trotzdem birgt das kleine Land viele kulturelle und natürliche Schönheiten. Wir entschlossen uns für den Grenzübertritt bei Jeppe's Reef. Die Grenzübergänge nach Swaziland sind täglich geöffnet. Eigentlich ist es kein großes Kunststück die Grenze zu passieren. Das Visum bekommt man als deutscher Staatsbürger ohne Umstände in den Reisepass gestempelt. Mit ein wenig bürokratischen Aufwand hält man zuerst an der südafrikanischen Grenze, wo zumeist hart wirkende Beamte einen den Grenzübertritt in kurzen Wortfetzen andeuten. Alsbald hält man den Passierschein für das Auto in der Hand, um wenig später ein paar Meter weiter den Ausreisestempel von Südafrika in Empfang nehmen zu dürfen. Danach befindet man sich kurze Zeit in einer "Grauzone", um gleich im Anschluss auf gelangweilte aber lustige Swazi-Beamte zu stoßen. Die weisen einem kurz den Weg zum Nachbarschalter, wo die Grenzbeamte einen flüchtigen Blick in den Pass wirft, um wenige Augenblicke später den Eintritt in das Königreich zu gewähren. Jetzt wendet man sich an den Nachbarschalter, zahlt seine 50 Rand Straßennutzungsgebühr und darf sich an den Schrankenbalken begeben. Dort wirft ein weiterer Beamter einen flüchtigen Blick ins Auto und macht nun endgültig den Weg frei. Ganz simpel - Willkommen in Swaziland! 

Wenige Kilometer hinter der Grenze wurden wir auf Straßenhändler aufmerksam, die mit Gesängen, Trommelspiel und tanzenden Kindern unser Interesse weckten. Alsbald entwickelte sich ein freundliches Verkaufsgespräch, in dem die harte aber faire Verhandlungstaktik letztlich zum Erfolg führte. Zwei kleine Figuren sollten den Besitzer wechseln, wobei der Verkäufer eindrücklich darauf bestand, dass der ausgehandelte Preis nur für die größere der beiden Figuren gelten sollte. Die zweite Figur überreichte er mir als Geschenk. Während der Verhandlungen entdeckten die Kinder die Keksdose auf dem Rücksitz unseres "Tazzies", so dass ein wildes Geschrei dazu führte, dass ich alle verbleibenden Schokoladenkekse an die Kinder und an die drei älteren Verkäufer verschenkte. Mit so viel gegenseitiger Freundlichkeit hatten wohl beide Seiten zu Beginn der Verkaufsverhandlungen nicht gerechnet. Später dann erfuhren wir von einer Einheimischen, dass die gegenseitige Freundschaft und Anerkennung zwischen Swazis oft mit Geschenken und gemeinsamer Teilung des Essens zum Ausdruck gebracht wird. Für uns war dies ein ganz besonderes Erlebnis, was uns neugierig auf die verbleibende Woche im Königreich machte.

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Sonntag, 21. Oktober 2007

Rundfahrt und Wildlife

Krüger Nationalpark

Hoedspruit - Phalaborwa - Krügerpark - Nelspruit 1.057 km

Durch den heißen und trockenen Norden setzten wir unsere Fahrt in Richtung Limpopo Province fort. Wir wollten einige Tage in Tzaneen verbringen, doch einige Umstände bei der Quartiersuche machten uns einen Strich durch die Reiseplanung. Leider gab es keine passenden Bleiben für uns, der einzige Backpacker wirkte alt und verlassen und andere Budget-Unterkünfte waren ausgebucht bzw. entsprachen nicht mehr den Preisangaben in unserem Reisebuch. So wurde aus der "Fairview River Lodge" ein luxuriöses Ferien- und Veranstaltungsresort, dass nun mit Übernachtungspreisen ab 75,- € aufwärts wirbt. Naja, eben eine kleine Pleite... So beschlossen wir nach Phalaborwa zu fahren. Eigentlich ein kleines und niedliches Örtchen, dass durch seine reichen Kupfer- und Phosphatvorkommen erst in den 1950er Jahren gegründet wurde. Seine ideale Lage an der Westseite des Krügerparks macht es natürlich als Übernachtungsalternative interessant, falls es im Nationalpark mal eng werden sollte. Derzeit ist aber keine Hochsaison, so dass Phalaborwa genügend Schlafmöglichkeiten bereit hält. Wir entschlossen uns für einen niedlichen Backpacker und zogen eigentlich eine Tour durch den Krüger Nationalpark in Erwägung. Allerdings schreckten uns die Preise für die angebotenen Eintages- und Mehrtagestouren ab, so dass wir bereits am nächsten Morgen zurück nach Nelspruit fuhren. Nachdem wir uns mit dem Besitzer des Backpackers in Nelspruit unterhalten hatten, beschlossen wir für den nächsten Morgen einen Self-Drive durch den Süden des Nationalparks zu machen. Also standen wir schon um 4.30 Uhr auf der Matte, um eine Stunde später am Melane Gate den Park zu passieren. Derzeit öffnen die Tore des Krügerparks um 5.30 Uhr und schließen pünktlich um 18.00 Uhr ihre Pforten. Also verblieben uns gut 12 Stunden für die Erkundung der Vielfalt der Tiere im Park. Mit über 200.000 Tieren und 147 verschiedenen Säugetierarten zählt der Krügerpark ganz sicher zum Highlight von Südafrika. Und in der Tat, die Tiere sind wirklich zum Greifen nah! Anfangs hatten wir unsere Bedenken mit einem Self-Drive durch den Nationalpark, denn welcher Mitteleuropäer hat schon Erfahrungen mit wilden Tieren dieser Art. Kaum waren wir 30 Minuten gefahren, da standen schon die ersten Elefanten auf der Straße und bildeten eine lebendige Barriere. Die Nähe zu den Tieren ist faszinierend! Offensichtlich sind es die Tiere gewohnt, dass regelmäßig Menschen in ihrer Nähe sind. Sie betrachten die Fahrzeuge als selbstverständlichen Teil ihrer Lebensumgebung. Alles schreit nach den "BIG 5", die großen Fünf des Wildparks. Zu ihnen zählen die Wildkatzen wie Leoparden und Löwen, Nashörner, Elefanten und Büffel. Doch die Artenvielfalt ist so gigantisch, dass es eigentlich kaum eine Rolle spielt, welches Tier man gerade beobachten kann. Und vermutlich trifft man hier und dort auch mal einen Löwen und Leoparden. Wir hatten leider das Pech, dass uns diese Tiere bei unseren Beobachtungen nicht vor die Augen kamen. Trotzdem war es eine interessante Zeit im Park, die nach gut 10 Stunden mit völliger Erschöpfung endete. Wir freuen uns nun auf die nächsten Wildparks von Südafrika!

Einen Grund zum feiern gab es auch noch. Südafrika hat gestern den Weltmeistertitel im Rugby gewonnen. England musste sich den "Springboks" geschlagen geben. Die Euphorie war schon im Vorfeld gigantisch und nun wird sie sicherlich noch größer sein.

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Mittwoch, 17. Oktober 2007

Moholoholo Wildlife Centre

Leopard Moholoholo Wildlife Centre

Unsere Zeit in Hoedspruit sollte mit einem Besuch im Moholoholo Wildlife Rehabilitation Centre ausgefüllt werden. Ein unvergessliches Erlebnis! Für 80 Rand Eintritt pro Person kann man an einer Führung durch das Wildlife Projekt teilnehmen, die zweimal täglich stattfindet. Ausführlich bekommt man die Arbeit mit den Tieren erklärt, die im Moholoholo Wildlife Centre nach Verletzungen wieder aufgepäppelt werden. Einige der Tiere waren aber so stark verletzt, dass eine Auswilderung ausgeschlossen ist. Ihnen wird in diesem Zentrum ein wundervolles Zuhause gegeben. Zu den Bewohnern des Zentrum zählen verschiedene Vogelarten, imposante Adler und Geier, Geparden, Leoparden und riesige Löwen. Bisher hatten wir keine Vorstellung davon, wie groß Löwen wirklich sein können. Riesige Raubtiere, bei dessen Anblick einem die Gänsehaut kalt über den Rücken läuft. Zwei Stunden lang führte uns ein engagierter Tierpfleger durch die verschiedenen Tiergehege und erklärte uns mit viel Hingabe die Arbeit mit den Tieren, sowohl im Zentrum als auch in der freien Wildbahn. Beeindruckend war die Nähe zu den Tieren, so dass bei der Führung keine Langeweile aufkam. Das Wildlife Centre war sicherlich der Höhepunkt unserer Zeit in Hoedspruit.

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Dienstag, 16. Oktober 2007

Eindrücke auf der Panorma Route

Panorama Route Berlin Falls

Nelspruit - Sabie - Panorama Route - Hoedspruit 587 km

Nachdem sich das Jetlag in den letzten drei Tagen unglaublich auf unsere Gemüter legte, konnten wir endlich ausgeruhter unsere Weiterreise angehen. Die Ruhe in Nelspruits Backpacker nutzten wir zur weiteren Reiseplanung durch Südafrika. So stießen wir auf die Panorama Route und den Blyde River Canyon, so dass wir uns zur Weiterfahrt nach Sabie entschlossen. Über das nützliche Büchlein Coast To Coast, welches in jedem Backpacker Südafrikas frei erhältlich ist, fanden wir den Billy Bongo Backpacker in Sabie. Schon der Name weckte bei uns die Neugierde. Auf Anfrage war sofort ein freies Zimmer erhältlich, welches wir dankbar mit unserem Reisebudget in Einklang bringen konnten. Dieser Backpacker ist eine Partyhölle... Naja, sind mal keine weiteren Gäste da, dann macht man eben mit dem Owner of the Business ne kleine Dreimannparty. So feierten wir bis spät in die Nacht, was uns aber neben dem willkommenen Partyeffekt auch einige aufschlußreiche Dinge ans Licht brachte. Wir erfuhren am besagten Abend mehr über Südafrikas Gegenwartsprobleme, als wir es bisher in verschiedener Reiseliteratur und dem Internet erfahren konnten. Apartheid oder "Gesondertheit" ist immer noch in einigen Köpfen vorhanden und läßt die vielbeschworene "Regenbogennation" weiterhin nicht zusammenwachsen! So erhält ein normaler Schwarzafrikaner einen durchschnittlichen Tageslohn von 35 - 50 Rand (ca. 3,50 - 5,- €) für seine Arbeit, wobei hingegen die weißen Südafrikaner ein vielfaches davon verdienen. Dieses Ungleichgewicht beschwört natürlich Probleme, welches sich in Kriminalität äußert. Vorwiegend richtet sich die Kriminalität gegen die weiße Bevölkerung, die ihr Eigentum mit hohen Zäunen, Stacheldraht und Wachschutz schützt! Für uns ein äußerst ungewohntes Bild. Hingegen finden einige Schwarzafrikaner eine Anstellung als Bedienstete bei weißen Einheimischen, was wiederum eine gute Sache darstellt. Für viele Schwarze ist es enorm schwer, eine Anstellung in einem Job zu finden. Als Ursache kann sicherlich die mangelnde Schulbildung genannt werden. Wer jedoch einmal das Buch "Handbuch für Überseer - Für schweizer Kaufleute" gelesen hat, für den erhält manche Form der Bedienstetenanstellung einen bitteren Beigeschmack...  Bei Sabie beginnt und endet die berühmte Panorama Route, die auch durch ein riesiges, von Menschenhand geschaffenes, Waldgebiet führt. Dieser Wald war unlängst Schauplatz eines gigantischen Feuersturms, der weite Teile der Waldfläche komplett zerstörte. Dieses Feuer wurde von aufgebrachten schwarzen Waldarbeitern gelegt, die von ihrem weißen Waldbesitzer keinen Lohn für ihre Arbeit gesehen haben. Mehrfach stellten sie ihm ein Ultimatum, welches aber nicht mit der Auszahlung der Gehälter endete! Gegenwartsprobleme die weiterhin einen Keil zwischen die südafrikanische Bevölkerung treiben.

Trotzdem hat Südafrika seinen Reiz. Die Panorama Route führt an einigen sehr sehenswerten Wasserfällen vorbei. Davon sind meiner Meinung nach die Lisbon Falls die schönsten Fälle der Gegend. Sie liegen 8 km nördlich von Graskop. Etwa 90 m tief rauscht das Wasser in die Tiefe. Weitere Höhepunkte an der Panorama Route sind der Blyde River Canyon und die Straßenschleife mit Aussichtspunkten an der R534. Spektakuläre Aussicht auf den Canyon hat man bei God´s Window und Wonder View. Bei klarer Sicht kann man von hier aus seinen Blick bis nach Mozambique schweifen lassen. Der Blyde River Canyon zählt zu den gewaltigsten Schluchten unserer Erde. Seine Wände fallen an einigen Stellen 700 m in die Tiefe. Auf einer Länge von 26 km überwindet der Blyde River einen Höhenunterschied von 1000 m, wodurch ein spektakulärer Flusslauf durch die felsige Landschaft der Drakensberge entstanden ist.       

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Freitag, 12. Oktober 2007

Von Johannesburg nach Nelspruit

Unser Toyata Tazz

Johannesburg - Nelspruit 483 km

Ab jetzt heißt unser Reiseziel Südafrika. Man, es sind tatsächlich schon 10 Monate unserer Round-The-World Reiseerfahrung vergangen, doch es verbleiben uns noch 2 Monate voller neuer Erlebnisse und Eindrücke in der afrikanischen Welt.

Nach 17 Stunden Flugzeit und 24 Stunden auf den Beinen, sind wir am 11.10.2007 in Johannesburg angekommen. Das Jetlag wirkt nach! Nun sind wir Nachtaktiv, denn Südafrika hat mit Deutschland Zeitgleichheit, was 11 Stunden Zeitdifferenz nach Neuseeland bedeutet. Ist es hier jetzt Tag, so war es bisher für uns immer Nacht. Hoffentlich gewöhnen sich unsere inneren Uhren alsbald an das Chaos.

In Johannesburg klappte der organisierte Free Pick-Up zum Airport Backpackers relativ reibungslos. Alsbald nach der Ankunft im Backpacker verfielen wir in einen tiefen Schlaf, der auch am nächsten Morgen noch anhalten wollte. Jetlag!!! Schon bald klingelte an der Rezeption das Telefon und einige Minuten später wurde der Mietwagen angeliefert. In Südafrika funktioniert das System mit den Mietwagen wieder ganz anders als in Australien und Neuseeland. Hier bekommt man das Fahrzeug quasi frei Haus geliefert, unterschreibt den Mietvertrag und zahlt erst nach Ende der Mietdauer den Fahrzeugpreis. Für uns etwas ungewohnt, doch trotzdem funktionierte die Übergabe des Fahrzeugs reibungslos.

Nun sind wir schon auf den Straßen von Südafrika unterwegs. Nach einigen Orientierungsschwierigkeiten auf Johannesburgs Verkehrsadern, fanden wir aber mit einem Umweg den richtigen Weg nach Nelspruit. Für uns waren die Eindrücke so, wie wir es erwartet hatten. Überall an den Straßen stehen fliegende Händler oder Menschen benutzen die Hauptverkehrsstraßen als Fußwege. Frauen und Männer versuchen ihr Fortkommen als Anhalter und Pickup-Trucks machen den Eindruck überfüllter Fahrzeuge wie in Asien. Wir sind echt gespannt auf Südafrika.

In Nelspruit fanden wir einen sehr schönen Backpacker, in dem wir die nächsten drei Tage verbeleiben wollen. Von hier aus möchten wir uns die nähere Umgebung anschauen, ehe wir weiter in Richtung Krüger Nationalpark und Swaziland fahren werden.

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