Ein Bericht von Ganja Ninja aus der HANF! 2/99

Auch wenn Nepals Hauptstadt Kathmandu im Laufe der Jahre einiges von ihrem ursprünglichen Flair eingebüßt hat, so ist sie doch mehr als nur eine Zwischenstation für Trekker. Irgendein Zauber übt diese Stadt doch auf ihre Besucher aus, obwohl sie teilweise im Chaos und Dreck zu ersticken droht. Ein unentwirrbares Knäuel aus Gassen, Straßen, windschiefen Häuserfassaden und höllischem Lärm hält viele der Touristen nicht davon ab, einige Tage länger als geplant in dieser Stadt zu verbringen.

Wo sonst gibt es noch die perfekte Mischung aus Freundlichkeit, Gelassenheit und Toleranz? Wo sonst sitzen alte Greise und junge Freaks gemeinsam beim Tee und üben sich zwanglos darin, kulturelle Barrieren abzubauen? Wo gesellt sich ein nepalischer Tabler-Großmeister zu einer Schar bunter Hippies und begleitet "Blowin in the wind" enthusiastisch auf seinen Trommeln?

Sicher nicht überall in Kathmandu und schon gar nicht in den von unzähligen Touristen- Reiseführern favorisierten Thamel.

Besonders eine Gasse mit dem Namen Jhocchen Tale hat noch einiges von dem bewahren können, was die Altstadt von Freak-StreetKathmandu einmal ausgemacht haben muß. Es ist die "Freak-Street", seit drei Jahrzehnten Sammelgrube für freundliche Traveller aus aller Welt. Die wenigen Meter der schmalen Gasse haben sich über die vielen vergangenen Jahre nach dem Einfall der ersten Hippies kaum verändert.

Natürlich sind die alten Haschisch Centers längst verschwunden. Einige Gebäude sind unter ihren alten Last zusammengebrochen und durch etwas modernere Konstruktionen ersetzt worden. Die Zahl der Lodges und GuestHouses hat sich mangels der Kundschaft reduziert, aber was überlebt hat, atmet den antiquierten und doch lebendigen Geist der Jahrhunderte. Noch immer bunte Klamottenläden mit unermeßlich schrill leuchtenden Gewändern, Mützen ...

Auch innerhalb der Häuser hat sich absolut nichts geändert. Selten eine Tür, an dessen Rahmen man sich nicht den Kopf stoßen würde, selten ein Zimmer, in dem man aufrecht stehen könnte. Alles uralt, schief, verwinkelt und Dunkel und mit einem Hauch von Schäbigkeit. Verständlich also, daß so eine Umgebung nicht jedermanns Sache ist und von daher haben die Touristenburgen von Thamel durchaus ihre Bedeutung.
 

Verwunderlich nur, daß man dann gerade in Thamel diese Leute trifft, die dort überhaupt nicht hingehören zu scheinen. Verloren irren die armen Low-Budget-Traveller in Thamel umher, umgeben vom kamerabehängtem Trekker-Volk aus aller Welt.

Reiseführer wie Lonely Planet, Guide Routard, etc. schicken die ahnungslosen Reisenden in Massen nach Thamel, da wahrscheinlich gerade dort nur wenig zu befürchten ist. Sprich, die Polizei hält hier kaum noch Ausschau nach kleinen und illegalen Drogenkonsumenten. Doch auch hier in Thamel gibt es, wie an fast jeder Ecke von Kathmandu und Nepal illegale Drogen.

Die Zeiten der Razzias sind schon längst vorbei, doch trotzdem wird es nicht gern gesehen, wenn Drogen öffentlich konsumiert werden. So lange wie man seinen Joint auf dem Zimmer raucht hat man sowieso nichts zu befürchten.

In einigen alten Lokalitäten kann man heute sogar noch den Flair der alten Zeit nachempfinden, wenn sich dort einige Leute  zum kleinen gemütlichen Abend mit ein wenig Dope treffen. Diese kleinen Absteigen wie "Snowman", "Café Culture" oder das "Music Music-CaféCafé" sind dafür reichlich bekannt und bedürfen wahrscheinlich einer schützenden und geschmierten Polizeigewalt, damit sie nicht ausgehoben werden.

Im allgemeinen trifft man sich aber nur selten in solchen Lokalitäten, da die Feste doch eher privater Art sind und oft irgendwo anders weiter gefeiert werden. Wer nicht mit dieser beruflichen Hippie-Arroganz, wie sie doch schon leider in weiten Teilen dieser Welt zu finden ist, den Leuten begegnet, der darf sich auch über neu Freunde freuen.



 #Seitenanfang