Über den Hanf in Nepal
Von Visionen und der Wirklichkeit

Wer Ein wirklich tolle Pflanzegeglaubt hätte, daß es sich in Nepal immer noch so leben lassen würde, wie es die Freaks in den 60er und 70er Jahren getan hatten, der täuscht sich! Die Zeiten des freien Genusses sind längst vorbei. Nepal war dazu gezwungen, einen Weg zu finden, der sich in der Welt als vertretbar ansehen lassen kann. Unter dem mächtigen Druck des großen Bruders der Welt, den USA, brach das Freie und Eigenständige im Land zusammen.

DER WEG IN DIE PROHIBITION:

Bis lange in dieses Jahrhundert hinein war Nepal das Land der Haschischliebhaber. Auch ich träumte davon, ehe ich in den Genuß der Realität kommen durfte. Die Zeiten des freien Konsums sind "vorbei". Wer glaubt, daß es in Nepal nur so von Hasch und Marihuana wimmeln würde, der täuscht sich gewaltig. Sicherlich mag es sein, daß an jeder Ecke und an jeder freien Stelle das magische Kraut zu finden ist, doch niemand käme wirklich auf die Idee dieses Kraut zu konsumieren. Zu geplagt sind die Pflanzen vom täglichen Smog der chaotischen Stadt Kathmandu. Doch trotzdem kann man auch heute noch genug vom Grünen in den Straßen der Metropole des Landes erstehen. Versteht sich aber von selbst, daß diese Rauchwaren nicht mehr dem Maßstab vergangener Zeiten entsprechen. Zu groß war der Druck in der 60er Jahren auf die Regierung Nepals, die mit den ersten Individualtouristen im Hanf eine neue Einnahmequelle für das Land sah. Der große Bruder, Helfer und Retter in jeder Situation, war der Auffassung, alle Drogen dieser Welt gehören ausgerottet. Der Feldzug um die Prohibition machte natürlich auch nicht vor solchen ehemals exotischen Ländern wie Nepal halt. Der Einfluß in die Politik Nepals, durch die Regierung der USA und durch das INCB der Vereinten Nationen, war auf den Andrang der ausländischen Freaks in Kathmandu und Pokhara zurückzuführen. Sie bestimmten den Handel von Hasch, LSD, und Heroin im Lande. Zwangsläufig nahmen sie dadurch auch Einfluß auf die Jugend des Landes, welche sich plötzlich ihre Haare wachsen ließ und Musik hörte, die überhaupt nicht in die Kultur des Landes paßte. Die ersten Menschen in Kathmandu und Pokhara, den frühen Hochburgen der Hippies und Freaks, die die neuen Bräuche und Kulturen der Besucher zu schätzen wußten, waren vorallem die Dealer und cleveren Geschäftsleute, welche in der Eröffnung neuer "Haschish Centre" lukrative Einnahmequellen sahen. Das Problem lag damit aber prompt auf der Hand. Die Eigentliche Kultur des Landes schien in dem Sumpf des Hippies- und Freakskonsums unterzugehen.

DIE LÖSUNG DES PROBLEMS:

Die USA machten im Rahmen ihrer weltweiten Anstrengungen, den Anbau und Handel von Drogen zu eliminieren, enormen Druck auf das Land. Das INCB stellte Haschisch mit dem Heroin auf eine Stufe und ächtete das kleine Land Nepal als einen der Hauptproduzenten illegaler Drogen. Für ein so kleines Land wie Nepal war es unmöglich, den enormen Druck und Einflußnahme zu widerstehen. Nachdem sich das INCB dazu verpflichtet hatte, den nepalesischen König 100.000 Dollar Steuerausfall-Entschädigung zu zahlen, wurde halbherzig die Prohibition eingeführt. Sofort blühte der Schwarzmarkt auf. Polizisten sahen in der Korruption profitable Einnahmequellen. Die Prohibition wurde nur halbherzig durchgesetzt, so daß es den Hippies und Freaks immer noch möglich war, an die beliebten Waren zu gelangen. Doch nun war es nicht mehr die Qualität sondern die Quantität die Einzug hielt. Gab es zuerst guten schwarzen Hasch aus der Region Mustang für Pfennigbeträge in den lokalen Haschisch Zentren, so wurde nun billiges Immitat, welches nicht einmal mehr wirklich aus der Region Mustang stammte, in dunklen Ecken und Spelunken für "teures" Geld angeboten. Der Ansturm der Freaks nahm ab und Nepal wurde einer weiteren Einnahmequelle beraubt. Das sowieso schon schwache wirtschaftliche Land trug nun eine weitere schwere Last auf seinen Schultern! Bauern, die einst von den Individualisten leben konnten, sahen sich plötzlich in ihrer Existenz bedroht.

GÖTTERTHRON:

Wären da nicht die vielen gläubigen Leute gewesen! So hätte sich der Wirtschaftszweig "Drogen" nie halten können. Heilige Männer, die Sadhus, verehren Shiva, die oberste Gottheit der Hindus, indem sie alljährlich ein großes Fest in Kathmandu veranstalten, welches "Shivaratri" genannt wird. Es ist der Geburtstag Shivas. Der einzige Tag des Jahres, an dem es auch Nicht-Heiligen gestattet ist, in den Genuß von Ganja zu kommen. Ganz Nepal fiebert diesem Ereignis entgegen, an dem tagelang der Pashu-pathinat in Rauchschwaden gehüllt ist.

UND HEUTE?:

Natürlich kann man auch heute noch in den Genuß der Droge kommen. Doch nun ist es nicht mehr ganz so einfach, wie es zu damaligen Zeiten einst gewesen ist. Mindere Qualität bekommt man in den Straßen von Kathmandu ohne Probleme. Doch Vorsicht ist geboten. Die Dealer schrecken nicht davor zurück, Panikmache und Eile als Druckmittel einzusetzen. Schon ist man 10 Dollar für die Tola (elf Gramm) los. Sicher nicht viel Geld, doch bessere Qualität bekommt man sicherer und einfacher außerhalb der Stadt und selbst im ehemaligen Zentrum der Hippies, in Pokhara. Doch den besten Hasch bekommt man immer noch bei den eigentlichen Bauern auf dem Lande oder in den Bergen, da fast jeder Bewohner des Landes und der Berge eine Hanfplantage sein Eigen nennt. So kann es schon vorkommen, daß man im Terai, dem südlichen Teil des Landes, eine Tüte voll Marihuana (etwa 100 Gramm!!!) für ca. 300 Rupien (8 DM!!!) bekommt.

Vorsicht ist bei der Ausreise am Tribhuvan Airport von Kathmandu geboten, wo die Polizei und der Zoll jeden verdächtig aussehenden Ausländer nicht verschonen. So sitzen denn heute ungefähr eine Handvoll Freaks wegen ein paar Gramm Shit bei 800 Kalorien täglich im Knast von Kathmandu und vegetieren vor sich hin!



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